Projekt „Schneller Gründen“: Dresden wird Pilotstadt
(Foto: Toni Wendler)
Vom Einreichen der Idee bis zum fertigen Unternehmen vergehen in Deutschland derzeit meist vier bis acht Wochen. Das soll sich bald ändern: Der Bund und der Freistaat Sachsen treiben einen vollständig digitalen Gründungsprozess voran, der den Start in die Selbstständigkeit innerhalb von 24 Stunden ermöglichen soll. Wie das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) kürzlich bekannt gegeben hat, wurde die sächsische Landeshauptstadt Dresden als offizielle Pilotstadt für das Projekt „Schneller Gründen“ ausgewählt. Der Startschuss soll noch im Sommer 2026 fallen.
Weniger Bürokratie durch Online-Kombi-Anträge
Das Pilotprojekt setzt direkt an den größten bürokratischen Hürden an: Herzstück des neuen Verfahrens ist eine gemeinsame, digitale Anzeige des Gründungsvorhabens für das Gewerbe- und das Finanzamt. Ein nutzerfreundlicher Online-Kombi-Antrag für Einzelunternehmen soll so gestaltet werden, dass zeitaufwendige Nachfragen überflüssig werden und die Bearbeitung drastisch beschleunigt wird.
Da dieses Verfahren auf Einzelunternehmen zugeschnitten ist, deckt es mehr als 80 Prozent aller Neugründungen ab. Wie groß der Hebel ist, zeigen die Zahlen: Allein im Jahr 2025 wurden in Sachsen fast 29.000 Gewerbeanzeigen registriert. Ausschlaggebend für die Wahl Dresdens als Pilotstandort waren neben den hohen Fallzahlen vor allem die bereits vorhandenen technischen Voraussetzungen, die Innovationskultur sowie die politische Unterstützung vor Ort.
Breiter Rückhalt in der Politik
Das Vorhaben ist Teil der im Dezember 2025 beschlossenen „Föderalen Modernisierungsagenda“ von Bund und Ländern. In Sachsen hatte das Kabinett Anfang März 2026 das Wirtschaftsministerium (SMWA) mit der federführenden Begleitung beauftragt. Wirtschaftsminister Dirk Panter machte das Projekt daraufhin zum festen Bestandteil seines am 30. März vorgestellten „Zukunftspakets I“ für Wirtschaft und Arbeit. „Wir digitalisieren den Start in die Selbstständigkeit, damit Innovation keine Zeit verliert“, betont Wirtschaftsminister Panter. „Gründerinnen und Gründer bringen den Mut auf, eine Idee in die Tat umzusetzen, ein Risiko einzugehen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Der Staat darf sie nicht ausbremsen.“
Verbindliche Standards und harmonisierte Genehmigungsverfahren sollen nun in der Praxis erprobt werden, um die bürokratischen Prozesse langfristig für ganz Deutschland zu modernisieren.
(Quelle: Startup Mitteldeutschland)